FC Bayern München: Konkurrenzkampf adé - Jackson, Gnabry, Goretzka und Co. als Leidtragende der neuen FCB-Stammelf
Publiziert 23/02/2026 um 23:00 GMT+1 Uhr
Der 3:2-Sieg der Bayern über Eintracht Frankfurt verdeutlichte, was sich in den Wochen zuvor bereits angedeutet hatte: Beim Rekordmeister spielt sich eine Stammelf ein. Eine, die für die entscheidenden Spiele im März, April und Mai zunehmend Konturen annimmt - und in der nicht mehr für jeden Hochkaräter Platz ist. Gleich mehrere Top-Stars müssen sich mit der Rotationsrolle zufriedengeben.
Davies-Verletzung? Kompany: "Hoffentlich nicht so schlimm"
Quelle: Perform
Dass Jamal Musiala nach überstandener Verletzung erstmals wieder in der Bundesliga von Beginn an ran durfte, war ein Signal. Bei normaler Form ist der Nationalspieler gesetzt. Vor und neben ihm hat sich eine Offensivachse herauskristallisiert, an der kaum ein Vorbeikommen ist.
Harry Kane liefert weiter in beeindruckender Konstanz. Der Engländer kommt wettbewerbsübergreifend auf 43 Tore. Michael Olise ist mit 28 Scorerpunkten als Rechtsaußen nicht mehr wegzudenken. Luis Díaz bringt Tempo, Tiefgang und Torgefahr mit - in der Bundesliga ist der Kolumbianer mit 13 Saisontoren gar der Spieler mit den zweitmeisten Treffern. Dieses Trio gilt in Topspielen als gesetzt.
Für Nicolas Jackson, Serge Gnabry und Lennart Karl bedeutet das in der heißen Phase der Saison: Rotationsrolle.
Drei Stars außen vor? Bayern-Offensive mit klaren Rollen
Jackson saß gegen Frankfurt 90 Minuten auf der Bank. Sein letzter Startelfeinsatz datiert vom 5:0-Sieg gegen Stuttgart Anfang Dezember.
Sportlich spielt er aktuell kaum eine Rolle - auch wenn Trainer Vincent Kompany betont: "Wir genießen es, Nicolas Jackson bei uns zu haben. Jede Entscheidung über den Sommer wird mit Nicolas selbst und zwischen den Klubs besprochen. Ich habe jetzt keine Antwort. Das Einzige, was ich weiß, ist, dass wir sehr glücklich sind, ihn zu haben", so der Belgier nach dem Frankfurt-Sieg.
Die Worte klingen wertschätzend - die Einsatzzeiten sprechen eine andere Sprache. Gnabry wiederum kommt in dieser Saison auf 15 Scorerpunkte und wirkt körperlich stabiler als in den vergangenen Jahren. Er hat seinen Vertrag verlängert, arbeitet sich sichtbar zurück zu alter Form. Dennoch: In der Hierarchie dürfte er hinter Olise, Díaz und Musiala nur die erste Alternative zu sein.
Und dann ist da Lennart Karl. Der Youngster legte einen Raketenstart hin, steht bei sieben Saisontoren und überzeugt mit Flexibilität. Karl ist sowohl auf Außenbahn als auch im offensiven Mittelfeld einsetzbar. Doch in der heißen Phase wird er wohl, sofern alle fit bleiben, primär als Joker eingeplant sein.
Kompany rotiert - aber für die Topspiele formiert sich ein Kern
Natürlich: Die Bayern sind noch in drei Wettbewerben vertreten. In der Champions League warten die K.-o.-Duelle, im DFB-Pokal steht das Halbfinale bei Bayer Leverkusen an, in der Bundesliga geht es um die Meisterschaft. Rotation ist Pflicht, nicht Kür. Kompany rotiert regelmäßig und schafft es bisher, alle bei Laune zu halten.
Und doch zeichnet sich für die ganz großen Spiele auch auf den anderen Positionen ein Gerüst ab. Im Zentrum hat sich die Doppel-Sechs mit Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic etabliert. Pavlovic zeigt Dynamik, Spielintelligenz und Pressingresistenz - Eigenschaften, die Kompany schätzt. Leon Goretzka scheint den direkten Konkurrenzkampf verloren zu haben. Er darf Pavlovic entlasten, dürfte in den Topspielen jedoch nur die dritte Geige spielen.
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Jonathan Tah und Dayot Upamecano sind die Stammkräfte in der Abwehr beim FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Auch in der Viererkette wird die Hierarchie klarer. Im Zentrum bilden Dayot Upamecano und Jonathan Tah das bevorzugte Duo. Minjae Kim ist aktuell Ergänzungsspieler, fehlte sogar beim 5:1-Sieg gegen Hoffenheim im Kader.
Auf links wird der Ausfall von Alphonso Davies (Muskelfaserriss) durch Hiroki Ito und Josip Stanisic aufgefangen. Stanisic hatte den Kanadier bereits während dessen Kreuzbandriss vertreten. Rechts gilt Konrad Laimer als gesetzt.
Bayern: Heiße Phase entscheidet und verlangt ganzen Kader
Die Konsequenz: Raphaël Guerreiro ist außen vor. Kompany soll ein Fan des Portugiesen sein, doch 763 Einsatzminuten in der laufenden Saison sprechen eine deutliche Sprache. Zuletzt saß er zwei Bundesliga-Spiele in Folge über 90 Minuten auf der Bank, selbst der Davies-Ausfall scheint daran wenig zu ändern.
Im Tor ist die Lage ebenfalls eindeutig: Jonas Urbig hütet aktuell das Gehäuse, Manuel Neuer übernimmt wieder, sobald er fit ist.
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Manuel Neuer und Jonas Urbig betreiben aktuell Arbeitsteilung
Fotocredit: Getty Images
Der Konkurrenzkampf ist nicht verschwunden, aber er hat sich verschoben. Weg vom offenen Wettstreit hin zu klar definierten Rollen. Kompany hat einen Kern gefunden, auf den er in den entscheidenden Spielen setzen dürfte.
Bayern-Achse zwischen Stärke und Risiko
Für Stars wie Jackson, Goretzka oder Guerreiro bleibt die Hoffnung auf Rotation, Formschwankungen oder Ausfälle. Denn eines ist ebenso klar: Eine Saison mit drei Wettbewerben wird nicht mit elf Spielern entschieden.
Die heißen Wochen können kommen. Voraussetzung allerdings: Der Kern dieser neuen Stammelf muss fit bleiben. Denn so eingespielt die Achse mittlerweile wirkt - ihre Stabilität ist zugleich ihre größte Stärke und ihr größtes Risiko.
In der vergangenen Saison scheiterte das Kompany-Team in der Champions League genau daran. Gegen Inter konnten die Ausfälle nicht kompensiert werden, was das Aus im Viertelfinale zur Folge hatte. In dieser Saison braucht es die volle Kapelle in der wichtigsten Saisonphase.
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Eberl: "Werden uns mit den Personalien beschäftigen"
Quelle: Perform
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